Happy Halloween?

 

Eigentlich wollte ich heute einen leichten Newsletter zum Thema Halloween schreiben, den Kürbis für seine vielfältigen guten Eigenschaften loben und vor zu viel Süßem warnen. 

Ich habe aber angesichts der gruseligen Lage der Welt beschlossen lieber einen echt gruseligen Halloween Newsletter zu schreiben, in dem leider alles wahr ist. Es gibt aber ein Happy End… hoffentlich! 

 

Während ich hier schreibe, verhungern Menschen, weil Getreide aus Krisengebieten nicht um die halbe Welt zu ihnen transportiert werden kann. Selbst anbauen können sie es auch nicht mehr, weil anhaltender Wassermangel und Dürren, vom Klimawandel verursacht, es in ihrem Land nicht mehr zulassen. Fleisch oder Milch bekommen sie schon lange nicht mehr, weil kein Futter für ihre Tiere da ist. Fast 10% der Weltbevölkerung leidet jetzt bereits unter chronischem Hunger. 

Können wir es da zukünftig noch schaffen die wachsende Weltbevölkerung ausreichend auf natürliche Weise zu ernähren? Und wie schaffen wir es dabei das Klima zu schützen? 

 

Ich bin hierzu über ein paar interessante Zahlen gestolpert, die ich gerne mit dir teilen möchte.

Weltweit werden derzeit 80% der landwirtschaftlich genutzten Fläche für die Produktion von tierischen Lebensmitteln genutzt. Dabei trägt diese Fläche dann nur zu etwa 18% der Kalorienversorgung bei. Man könnte also sagen wir verwenden 80% der Ressource Land, die uns zur Verfügung steht, um noch nicht einmal 20% unseres Ernährungsbedarfs zu decken. 

Darüber hinaus ist gerade die Massentierhaltung sowohl ethisch als auch klimaschutzseitig ein Problem. Der Ausstoß von Treibhausgasen ist enorm. 30% der menschlichen Treibhausgasemissionen kommen aus unserem derzeitigen Ernährungssystem, das darüber hinaus auch maßgeblicher Treiber für Entwaldung und Biodiversitätsverlust ist. 

Erschreckend, oder? 

 

Wollen wir also Klima und Menschen schützen müssen wir hin zu mehr pflanzlicher Ernährung. 

Ich freue mich daher immer, wenn Leute in meinem Umfeld mir berichten, dass sie ihren Fleischkonsum in den letzten Jahren deutlich reduziert haben. Statistiken besagen, dass etwa 20-30% der Konsumenten bereit sind mehr für Fleisch zu zahlen als der Durchschnitt. Es ist anzunehmen, dass genau diese Menschen eher eine hohe Qualität und adäquate Tierhaltung beim Fleisch bevorzugen, und dafür bereit sind weniger Fleisch zu essen. Rund 80% der Menschen sind somit nicht bereit mehr zu zahlen bzw. weniger Fleisch zu essen. Es muss nicht jeder gleich zum Vegetarier oder Veganer werden, aber Fleisch wieder als etwas Besonderes anzusehen ist schon ein sehr guter Schritt. 

Ein weiterer kleiner Trend ist auch, dass mehr Menschen sagen sie essen nur das, was sie selbst erlegt haben. Sie machen dafür den Jagdschein und kümmern sich fortan selbst um das Fleisch, das sie essen wollen. Auch respektabel wie ich finde. So kann jede/r für sich entscheiden wie er/sie zu einem klimafreundlichen und ethisch vertretbarem Ernährungsstil kommt. 

Auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) empfiehlt dringend eine Wende hin zu mehr pflanzlicher Ernährung. Derzeit wird in Deutschland 55kg Fleisch pro Person im Jahr verzehrt. Das PIK empfiehlt eine Reduktion auf ein Viertel, also nicht mehr als 14kg. Auf 52 Wochen gerechnet sind das 270g pro Woche, also ein Stück Pute oder ein Burger pro Woche. Mehr nicht. Daneben auch keine Wurst und kein Schinken. 

Wer jetzt denkt er kann für die Vegetarier und Veganer mitessen: nur 10% der Deutschen essen gar kein Fleisch. Mehr als 300g schwer darf das eine Stück Fleisch in der Woche also immer noch nicht werden. 

Und da schließt sich nun der Kreis hin zu einer gesunden Ernährung. Nicht mehr als ein Stück Fleisch pro Woche ist nicht nur wegen des Klimaschutzes zu empfehlen, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht ratsam. Mehr pflanzliche Kost reduziert deutlich das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung ist ballaststoffreich, was für einen gesunden Darm sorgt. Auch Leber und Nieren werden durch eine fleischarme Ernährung deutlich weniger belastet. 

Die Gießener Vollwert Ernährungsstudie der Justus-Liebig-Universität Gießen hat untersucht, ob eine solche pflanzliche Ernährung mit höheren Lebensmittelkosten verbunden ist. Die Studie hat gezeigt, dass eine vegetarische Kost ca. 20% weniger Kosten verursacht. 

Welche Argumente gibt es also noch für den täglichen Fleischkonsum? Es bleibt einzig der Genuss als Argument. Da es aber viele leckere vegetarische Gerichte gibt, gibt es vielleicht auch eine andere Art von Genuss zu entdecken und das Steak schmeckt bei längerem Verzicht sicherlich auch gleich doppelt so gut! 

So möchte ich zum Schluss noch mein vegetarisches Lieblingskürbisgericht mit dir teilen: Kürbis-Quiche! 

Für den Mürbeteig:

240g Dinkel Vollkornmehl 

1 TL Salz

4 EL Wasser 

Den Teig mit Knethaken zu einem glatten Teig kneten und ihn dann in Frischhaltefolie 30 Min im Kühlschrank ziehen lassen. In der Wartezeit einen Hokkaido Kürbis klein würfeln. Dann den Teig ausrollen und in eine Quicheform mit 26cm Durchmesser einarbeiten. Nun den Backofen auf 180Grad (Umluft) vorheizen. Den Boden der Form mit Saurer Sahne bestreichen (5-10mm dick). Hierfür brauchst du 1-2 Becher Saure Sahne. Die Saure Sahne dann mit Salz, Pfeffer und französischen Kräutern betreuen. Danach die Form Rand hoch mit den Kürbiswürfeln füllen. Nun mit einem herzhaften Käse, z.B. Gruyère bestreuen. Gouda tut es auch. 

Die Quiche nun auf mittlerer Schiene 40 Min backen. 

Guten Appetit! 

 

Deine Sabrina 

von GanzGesundCoaching